Unsere Erfahrung

Willkommen auf unserer Seite "Unsere Erfahrung", einem Raum, in dem wir persönliche Einblicke und Erlebnisse teilen, um andere Eltern und Familien zu unterstützen. Hier finden Sie authentische Geschichten, die Mut machen und zeigen, dass Sie mit Ihren Sorgen und Fragen nicht allein sind.

Herausforderungen und Wege

Die Wege, die wir als Familie gehen, sind oft herausfordernd und zeitintensiv. Es ist nicht immer leicht, die manchmal traurigen Gesicht zu sehen und mit den vielen Telefonaten, Absagen und Wartelisten umzugehen. Doch gerade diese Erfahrungen haben uns gestärkt und uns gezeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten.

Unsere Geschichten

Wir möchten erzählen, wie uns aufgefallen ist, dass unser Kind anders ist, wie wir mit seinem Outing in der Familie umgegangen sind und wie wir auf seinem langen Weg bedingungslos hinter ihm stehen. Diese Geschichten sollen anderen Mut machen und zeigen, dass es möglich ist, sein Kind so anzunehmen, wie es ist.

Transgender: Du bist nicht allein

Besonders am Herzen liegt uns das Thema Transgender bei Kindern. Wir möchten anderen Eltern zeigen, dass sie mit ihren Sorgen, Gedanken und Ängsten nicht allein sind. Es gibt viele Familien, die ähnliche Erfahrungen machen, und wir möchten eine Plattform bieten, auf der man sich austauschen und gegenseitig unterstützen kann.

Brauchen sie Unterstützung?

Sind Sie bereit, die Reise Ihres Kindes besser zu verstehen? Wir bieten Ihnen Einblicke und Erfahrungen, die Ihnen helfen können, sich sicherer und informierter zu fühlen. Treten Sie noch heute mit uns in Kontakt!

Unser Weg zur Erkenntnis

Wir haben schon sehr früh im Kleinkindalter gemerkt, dass unser Kind anders ist. Es hat viel lieber mit „jungenhaften“ Sachen gespielt, war immer an der Seite seines großen Bruders und hat dessen Kleidung gerne getragen. Diese Vorlieben haben uns damals bereits gezeigt, dass unser Kind einen für viele untypischen Weg geht. In der Grundschule, etwa ab der dritten Klasse, wurden die Tendenzen immer deutlicher. Auch dort zeigte es mehr Interesse an Dingen, die klassischerweise mit Jungen in Verbindung gebracht werden. Dies war für uns der Beginn einer Reise des Verstehens, der Akzeptanz und der Unterstützung.

Am Anfang haben wir gedacht, dass unser Kind vielleicht lesbisch sein könnte. Doch es stellte sich heraus, dass es um viel mehr ging -Was wir noch nicht wussten. Eine Schlüsselsituation war in der vierten Klasse, als eine Klassenfahrt anstand. Unser Kind wollte plötzlich nicht mitfahren, was uns zunächst überraschte. Kurz zuvor waren wir gemeinsam beim Friseur, und die langen Haare wurden auf Kinnlänge gekürzt. Die Freude, die unser Kind danach ausstrahlte, war unbeschreiblich. In diesem Moment wurde uns klar, wie wichtig es ist, zuzuhören, zu begleiten und unsere Kind auf seinem Weg der Selbstfindung zu unterstützen.

Er wusste es da selber schon, doch er traute sich zunächst nicht, es zu sagen. Wir haben nur gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Unser Kind hat sich plötzlich zurückgezogen, wollte lieber zu Hause bleiben und nur noch selten etwas mit seinen Freundinnen unternehmen. Anders als unsere anderen Kinder, die viel unterwegs waren und ihre Zeit aktiv genossen, wählte es zunehmend die Ruhe und den Rückzug. Solche Veränderungen im Verhalten können viele Ursachen haben und sollten nicht ignoriert werden. Als Eltern ist es wichtig, aufmerksam zu sein, zuzuhören und sich Unterstützung zu holen, wenn man merkt, dass das eigene Kind mit etwas zu kämpfen hat.

Wir haben uns Unterstützung geholt – nicht nur für unser Kind, sondern als gesamte Familie, und das war genau die richtige Entscheidung. Als die fünfte Klasse näher rückte, wurde deutlich, wie wichtig es ist, ein offenes Ohr und Verständnis zu zeigen. Nach vielen intensiven Gesprächen und Erklärungen fasste unser Kind schließlich den Mut, sich uns anzuvertrauen. Dabei konnten wir die Unsicherheit, die Ängste und die Nervosität spüren, die in der Situation mitschwangen. Was für uns entscheidend war: zuzuhören. Dieses Zuhören war der Schlüssel, um gemeinsam als Familie gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen und unserem Kind die Unterstützung zu geben, die es benötigte.

Ein Kind zwischen zwei Welten

Es kam die fünfte Klasse. Jeden Tag zu Hause zeigte er: "Ich bin ein Junge." Doch sobald er die Tür verlassen musste, wurde er wieder zu ihr. Es war ein täglicher Kampf, ein ständiger Wechsel zwischen den Rollen. Als Familie sahen wir, wie sehr ihn das zermürbte. Es machte ihn fertig, diese Maske aufzusetzen und nicht er selbst sein zu dürfen. Für uns als Eltern war es ein bittersüßer Schmerz – einerseits fühlten wir uns hilflos und überfordert, andererseits wollten wir unbedingt verstehen, unterstützen und ihm das Gefühl geben, dass er so sein darf, wie er ist. Manchmal fehlen Worte, aber unser Wunsch, für ihn da zu sein, bleibt klar: Er ist unser Kind, und wir lieben ihn bedingungslos.

Ein Jahr voller Herausforderungen und Veränderungen

Ein ganzes Jahr lang ging es für ihn im ständigen Hin und Her. Die Haare wurden immer kürzer geschnitten, und zwischendurch trug er sogar Jungenkleidung, auch in der Schule. Es war ein schmerzhafter Prozess, den wir miterleben mussten. Wir konnten das Leid in seinen Augen deutlich sehen, wie er mit sich selbst zu kämpfen hatte. Ein weiteres Jahr verging, in dem wir nur zusehen konnten, wie er diesen inneren Konflikt durchlebte.

Hilfe finden, um Schmerz zu lindern

Um ihm zu helfen, haben wir uns aktiv auf die Suche nach weiterer Unterstützung gemacht – und schließlich auch gefunden. Diese Hilfe war nicht nur für uns wichtig, sondern vor allem für ihn. Als die siebte Klasse bevorstand, war uns klar, dass wir nicht wollten, dass er weiterhin diesen allgegenwärtigen Schmerz spürt und sich weiterhin gefangen fühlt. Unser Ziel war es, ihm den Schmerz zu nehmen und ihm eine neue Perspektive zu geben, um unbeschwerter in die Zukunft blicken zu können.

Unser Besuch bei Lebenslust Essen

Wir hatten das Vergnügen, Lebenslust in Essen zu besuchen, und es war eine wunderbare Erfahrung. Von Anfang an haben wir einen guten Platz gefunden, an dem wir uns direkt wohlfühlen konnten. Die Mitarbeiter vor Ort waren unglaublich herzlich und freundlich, was uns als gesamte Familie das Gefühl gab, verstanden und wahrgenommen zu werden. Es war ein Ort, an dem man sich willkommen fühlt – genau das Richtige für uns. Auch für unser jüngstes Familienmitglied war es perfekt, was den Besuch umso schöner machte. Wir können Lebenslust in Essen nur wärmstens empfehlen!

Ein Ort für Jugendliche: Togther Essen

Lebenslust hat uns eine großartige Anlaufstelle genannt,Togther Essen die speziell für Jugendliche ab 14-26 Jahren gedacht ist. Dort können junge Menschen in einem geschützten Raum zusammenkommen, neue Leute kennenlernen, sich austauschen und gemeinsam Zeit verbringen. Ich habe mir die Einrichtung angesehen und war beeindruckt von der Atmosphäre und dem Konzept. Da es ein Raum ist, der ausschließlich den Jugendlichen vorbehalten ist, musste ich danach wieder gehen – was ich absolut passend finde. Es ist wichtig, jungen Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie sich frei entfalten können, Kontakte knüpfen und ihre Lebensfreude teilen können. Ein wirklich tolles Angebot, das Gemeinschaft und Begegnung fördert!

Ein Weg zurück ins Leben – Ein Entschluss mit Perspektive

Einige Wochen verbrachte er in der Tagesklinik – eine intensive Zeit des Nachdenkens und der Selbstfindung. Inmitten der Herausforderungen, die die erste Hälfte der siebten Klasse mit sich brachte, wuchs in ihm durch die Unterstützung der Klinik, unserer Hilfe und den gemeinsamen Zusammenhalt etwas Großes: die Entscheidung, einen neuen Weg einzuschlagen. Mit Mut und Entschlossenheit fasste er den Entschluss: „Ich verlasse die Tagesklinik und werde einfach nur ich selbst.“ Dieser Moment markierte nicht nur das Ende eines Kapitels, sondern auch den Anfang eines völlig neuen. Er fand einen Namen für sich – einen, der Ausdruck seiner Identität und seines eigenen Weges ist.

Der erste Schultag: Ein neuer Anfang mit gemischten Gefühlen

Das zweite Halbjahr hat begonnen, und die Nervosität wächst mit jedem Tag. Die Angst vor dem Moment, an dem es für ihn soweit ist, wird immer präsenter. Bald geht die Schule wieder los, und der erste Schultag rückt näher. Besonders an diesem Tag steht das große „Outing“ bevor – ein Schritt, der Mut erfordert und viele Fragen mit sich bringt. Wie werden die Mitschüler reagieren? Was werden die Lehrer sagen? Wie werden Freunde darauf eingehen? Und vor allem: Wie wird er sich fühlen? Diese Gedanken und Befürchtungen belasten uns, denn dieser Tag bedeutet nicht nur ein neues Kapitel, sondern auch die Überwindung von Ängsten.Für Ihn war es das schwerste, mit Gefühlen und Gedanken, so wie Angst und Sorge Doch eines ist klar: Auch wenn der Weg herausfordernd ist, liegt in jeder Herausforderung die Chance auf Akzeptanz, Verständnis und einen Neubeginn

Der große Tag – Ein Morgen voller Gefühle

Wir alle kennen dieses Gefühl: ein flaues Bauchgefühl, gemischt mit Angst, Nervosität und ein bisschen Bammel. Die Gedanken überschlagen sich: Wie fühlt er sich heute, an seinem großen Tag? Er hat entschieden, diesen Schritt allein zu gehen, ohne unsere direkte Unterstützung – wie wird er das schaffen? Und wie werden die anderen reagieren? So viele Sorgen, Gedanken und offene Fragen haben uns durch die Nacht begleitet. Dann kam er, dieser Morgen, der alles verändern könnte – der Morgen seines Outings.

Der erste Schultag – Sorgen und Gedanken einer Mutter

Den ganzen Tag, während er in der Schule war, habe ich mir Gedanken und Sorgen gemacht. Ich war nervös, und so viele Fragen schwirrten mir durch den Kopf: Wie läuft es? Wie haben die anderen Kinder reagiert? Gab es Probleme, Ärger oder Stress? Die Stunden zogen sich für mich endlos hin, während ich darauf wartete, dass er endlich nach Hause kam. Es war ein Tag voller Anspannung, aber auch voller Hoffnung, dass alles gut verlaufen würde.

Es ist eine Weile her – Gedanken und Gefühle im Alltag

Es ist eine Weile vergangen, seitdem alles begann. Obwohl der erste Tag so gut lief und alle es unglaublich positiv aufgenommen haben, konnte ich diese Angst und Sorge einfach nicht abschütteln. Tag für Tag schlich sich dieses Gefühl ein – eine Mischung aus Unsicherheit, Zweifel und der ständigen Frage, ob alles richtig läuft. Inzwischen ist einiges dazugekommen, neue Herausforderungen, neue Entscheidungen, und manchmal fühlt man sich einfach überfordert. Besonders, wenn es um das eigene Kind geht, wird einem klar, wie schwer es sein kann, immer zu wissen, was das Beste ist. Doch genau das ist es: Niemand hat alle Antworten, und das ist in Ordnung. Man wächst mit den Aufgaben und lernt jeden Tag dazu – Schritt für Schritt.

Unterstützung bei der Namensänderung: Ein Weg zur Erleichterung

Die Zeugnisse stehen bald an und noch immer steht der alte Name auf den Dokumenten. Ich sehe, wie sehr er darunter leidet. Es ist schwer mitanzusehen, und ich mache mir viele Gedanken darüber, wie ich ihm helfen kann. Zum Glück gibt es mittlerweile ein neues Gesetz, das die Namensänderung ermöglicht. Dies könnte eine echte Erleichterung für ihn sein. Ich habe mich bereits informiert und rumtelefoniert, weil ich unbedingt möchte, dass er diesen Schritt gehen kann. Es ist wichtig, ihn auf diesem Weg zu unterstützen, damit er sich endlich frei und mit sich selbst im Einklang fühlen kann. Die Möglichkeit, den Namen ändern zu lassen, ist ein bedeutender Schritt, der nicht nur auf den Dokumenten, sondern auch im Leben eine große Veränderung bewirken kann. Ich werde weiterhin alles tun, um ihm dabei zu helfen, diese Last abzulegen.

Hürden im Alltag: Wenn Sorgen die Gedanken bestimmen

Manchmal stellt das Leben uns vor Herausforderungen, die uns schwer belasten können. Es gibt Momente, in denen bestimmte Situationen wirklich schwierig erscheinen. Besonders, wenn man sieht, dass ein Kind sich zurückzieht, in sich gekehrt wirkt und immer weniger an seiner Umgebung teilnimmt, wächst die Sorge. Gedanken kreisen unaufhörlich, und die Ungewissheit nagt an einem: Wie kann man helfen? Wie erreicht man das Kind, wenn Gespräche einfach nicht fruchten wollen? Es ist belastend zu spüren, wie die Psyche plötzlich zu kämpfen scheint und man selbst nicht weiß, welchen Schritt man als Nächstes gehen soll. Doch gerade in solchen Momenten ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen, sei es im Familienkreis, bei Freunden oder durch professionelle Hilfe. Niemand muss diese Hürden alleine bewältigen – ein gemeinsamer Weg kann oft neue Perspektiven eröffnen.

Ein schwerer Weg, aber der richtige Schritt

Es gab keinen anderen Weg. Um meinem Kind zu helfen, musste ich sicherstellen, dass er mehr Therapie bekommt. Es war unglaublich schwer für mich, ihn Tag für Tag so zu sehen. Der Mut, den ich aufbringen musste, war enorm – vor allem, wenn er nicht schlafen konnte und sich sein Zustand weiter verschlechterte. Letztendlich habe ich mich für zusätzliche Unterstützung entschieden. Auch wenn es eine sehr schwere Entscheidung war, weiß ich jetzt, dass es die richtige war. Mein Kind verdient jede Chance auf Heilung, und gemeinsam werden wir diesen Weg weitergehen.

 Loslassen und dennoch stark bleiben

Es fiel mir unglaublich schwer, ihn so zu sehen. Doch ohne ihn an meiner Seite wegzugehen, das war nochmal eine ganz andere Herausforderung. Ich war nicht mehr diejenige, die rund um die Uhr bei ihm sein konnte. Diese Erkenntnis war schmerzhaft, aber als Mama musste ich genau da hindurch. Es war der richtige Schritt, so schwer er mir auch gefallen ist. Manchmal bedeutet Liebe, loszulassen und gleichzeitig stark zu bleiben – für ihn und vor allem auch für mich.

Ungewissheit und Hoffnung

Es war schwer, nicht zu wissen, was gerade in seinen Gedanken vor sich ging. Was macht er jetzt wohl, dort, wo er sich gerade befindet? Wie wird der erste Tag dort verlaufen? Und vor allem – wird es ihm wirklich helfen? Diese Fragen kreisten unaufhörlich in meinem Kopf. Als er nach einiger Zeit schließlich wieder nach Hause durfte, war es irgendwie anders. Doch ich bemerkte schnell, dass sich etwas verändert hatte – etwas, das Hoffnung machte und mich erkennen ließ, dass dieser Schritt vielleicht genau das Richtige gewesen war.

Unterstützung und Hilfe für meinen Sohn

Es ist mir unglaublich wichtig, dass mein Sohn die Unterstützung bekommt, die er benötigt, um mit seinen Gedanken und Herausforderungen besser umgehen zu können. Dafür habe ich viele Regelungen getroffen, die ihm nicht nur helfen, sondern ihm auch Ablenkung bieten sollen. Selbst die Schule zeigt großes Engagement und arbeitet aktiv mit, um ihn zu unterstützen. Das erleichtert mich sehr, denn es gibt mir das Gefühl, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen müssen. Dennoch lasse ich ihn keinesfalls allein – ich begleite ihn überall hin und stehe ihm in jeder Situation zur Seite. Ich gebe mein Bestes, um ihn in allem zu unterstützen und ihm zu helfen, seinen Weg zu finden.